Bergtour Serles © Sepp Lechner

Bergtour mit Anspruch

Serles – Peilspitze - Blaser

Die Idee zu dieser Bergtour gab mir ein Pater von Maria Waldrast, dem Wallfahrtskloster des Servitenordens versteckt oberhalb von Matrei am Brenner, vergleichbar mit unserem Servitenkloster Maria Weißenstein. Er schwärmte von der Blumenpracht im Juni auf dem Blaser, einem recht unscheinbaren Bergrücken oberhalb von Matrei. Sein Rat sollte sich auch bewahrheiten. Bei herrlichem Wetter starteten wir in Maria Waldrast und unser erstes Ziel war die Serles (2.718 m), der Paradegipfel im Wipptal, beschrieben auch als spektakulärster Aussichtsberg Tirols und als „Hochaltar Tirols“ (wohl etwas übertrieben). Mühsam war der Aufstieg, vor allem die lange Querung durch die Latschen am Anfang der Tour. Auf dem Gipfel wurden wir bei nahezu wolkenlosem Himmel mit einem einmaligen Rundblick vom Karwendel zu den Zillertaler und Stubaier Alpen belohnt. Zu Füßen lag Innsbruck.  Unsere Tour war aber mit der Gipfelerstürmung (ein paar Seile und eine Eisentreppe unterhalb des Gipfels) nicht zu Ende, wir wollten ja eine Rundtour machen. Vom Serlesjoch quert ein Steig das endlos scheinende Geröllfeld bis zum Trinser- oder Kalbenjoch nahezu eben Richtung Blaser. Die zwischen Serles und Blaser liegende Peilspitze (2.392 m) wurde auch noch mitgenommen, ein paar Fixseile erleichtern die Überquerung. Dann begann endlich zur Freude der BlumenliebhaberInnen die Blumenpracht auf den weiten Blaser Almwiesen. Die Einkehr auf der Blaserhütte rundete die Tour ab. Das Bier war kühl, das Essen gut und die anfänglich etwas schroffe Wirtin war dann doch in Erzähllaune, es wurde eine angenehme Hüttenrast. Nach dem Abstieg nach Maria Waldrast sehnten sich die Füße nach Abkühlung im Bach, begutachtet vom herumstehenden Rindvieh. Die Tour war lang, manchmal mit etwas herausfordernden Passagen, aber das herrliche Wetter und die Blumenpracht ließen alle Müdigkeit schnell vergessen. Danke an die gut gelaunte Gruppe.

Sepp Lechner

Tourenbegleiter

© Sepp Lechner