Sentiero della Lasta (Mori)

Endlich Regen, alle sehnten sich danach. Aber gerade jetzt, am Tag unserer Wanderung? Nur wenige gemeldete Teilnehmer ließen sich von der Wetterprognose abschrecken und recht hatten sie. Zu Beginn der Wanderung von Mori über den Sentiero della Pace (auch als Sentiero della Lasta bezeichnet) setzte leichter Regen ein, die Stufen durch die Schützengräben oberhalb von Mori waren daher entsprechend rutschig. Aber welch eine herrliche Landschaft auf der Hochfläche von Manzano, ein Dorf im Dornröschenschlaf mit den gut erhaltenen typischen Trentiner Berghäusern, das von der Hektik des Tourismus im Tale und am Gardasee völlig verschont ist. Die Landschaft mit kleinbewirtschafteten Äckern, den vielen vorbildlich erhaltenen Trockenmauern und dazwischen die blühenden Kirschbäume sind heute eher auf Bildern der Romantik in Galerien und in Jahreskalendern von Banken zu finden als in der Wirklichkeit. Aber es gibt diese Wirklichkeit doch noch. Die Mittagspause beim Kirchlein Sant‘ Appolonia – bei schönem Wetter ein herrlicher Aussichtspunkt ins Tal – viel wegen des Regens nur kurz aus. Bald ließ der Regen nach und im nächsten Dorf Nomesino hörte er endgültig auf. Am recht steilen Weg hinunter zum Santuario di Montalbano blühten zur Freude der Blumenliebhaber*innen Pfingstrosen, Goldregen, Waldvögelein, Diptam, aber nicht nur. Bei der Kirche von Montalbano oberhalb von Mori – den meisten bekannt wegen der überdimensionierten Uhr – ließ sich sogar die Sonne blicken. In Mori war gerade Krämermarkt, doch niemand war in Shoppinglaune, eher war zum Abschluss der Wanderung ein Eis oder ein Bier gefragt. Eine schöne Runde in einer wenig besuchten Gegend war zu Ende und der Himmel blau.

Tourenleiter: Sepp Lechner

© Sepp Lechner